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Ein Chornachmittag am Hölzernen See09.09.2011

Das muss man erlebt haben, so eine Chorschulung bei Andreas Wiedermann. Und man kann dabei als Sängerin und Sänger noch allerhand mit nach Haus nehmen, um es künftig umzusetzen. Der Sängerkreis KW hatte am 10. September die Gemischten Chöre aus seiner Region Luckau, Lübben und eben KW eingeladen zu einer Chorwerkstatt unter der Leitung dieses erfahrenen Dirigenten in den großen Saal des KiEZ am Hölzernen See. Um die 80 Sängerinnen und Sänger aus sechs Chören waren der Aufforderung freudig gefolgt und konnten gemeinsam erleben, wie mit ihrer Stimme, dem persönlichen Instrument jedes San-gesfreundes, gefühlvoll, schonend und doch klangvollendet umgegangen werden kann. Es wurde erfühlt, was alles bei uns außer den Stimmbändern noch den Ton mitbestimmt. Wo die Luft dazu herkommt und wieder weitere für den nächsten Ton bereit steht. Und das alles so freudbetont, wie es eben unter Wiedermann vorwärts geht.
Notenblätter waren ausgegeben mit dreistimmigen Sätzen, da bei den gemischten Chören doch meist die Männer knapp sind. So findet man häufig gestandene Frauen im Tenor. An den „König in Thule“ wurde sich herangewagt. Schon standen die „Männer“ im Mittelpunkt, da sie die Singstimme hatten. Und wie bekommt man das „K“ vom König und das „T“ von Thule ordentlich hin? Und das „u“ in Thule, warum klingt der Ton beim U plötzlich tief? Wie kann man das abstellen? Und die zweite Silbe von Thule, muss die denn lauter als die erste sein? - So ging es durch die Worte von Goethe und die Noten von Zelter.
Nach einer Pause ging es mit „Kein schöner Land“, dem bekannten Volkslied weiter. Schön, wenn man dann das „Schön“ schön klingen lassen kann. Und das punktierte „Zeit“ und wenig später das „breit“, wo sofort ohne Pause der nächste Ton folgen muss, damit es klingt. Wie sind solche Stellen zu meistern!
Zum Abschluss nahm sich der gestandene Dirigent Wiedermann noch einen Satz eines seiner Lehrer, den vielen älteren Chormitgliedern bekannten Fritz Höft, vor: „Ich hört ein Sichelein rauschen.“ Jede Stimmgruppe für sich, ob Sopran oder Alt oder die Männer, klang wun-dervoll. Und alle drei unter fachmännischer Stabführung wie an diesem Nachmittag hätte gewiss stürmischen Beifall gefunden. So dankte man dem Leiter des Nachmittages ganz herzlich für die einmalige Unterweisung und alle fuhren mit neuen Erfahrungen zurück in ihre Chöre.

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